Grevenstein gehört zu den
Städtegründungen, die die Grafen von Arnsberg zur Absicherung ihres
Territorium gegen die umliegenden Besitzungen des Erzbischofs von Köln
vornahmen. Die erste urkundliche Erwähnung, in der bereits ein Bürgermeister
erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 1324, lässt jedoch den Schluß zu, dass der
Ort mit seiner Burg schon längere Zeit bestand. Sie ist 1324 voll ausgebaut
und befestigt. Vermutlich hatte die Stadt Stadtrechte nach der Fortbildung des
Soester Rechts in Rüthen, möglicherweise aber auch nach dem Vorbild
Lippstadts.
Dem Bürgermeister stand
ein Rat zur Seite, daneben gab es einen Stadtsekretär, einen Spielmann und
einen Wächter. Seit 1368 war Grevenstein auch Sitz des Freigerichtes und eines
landesherrlichen Gerichtes für die Angelegenheiten der Bürger.
Die Stadt war um die Burg
an den südöstlichen Abhang des Burghügels gebaut und besaß nur ein Stadttor.

Ein Teil der ringförmigen Stadtmauer ist noch erhalten. Die Burg stand an der
Stelle des jetzigen Pfarrhauses. Die Größe der Stadt betrug ca. 6 ha, bot also
Platz für ungefähr 400 Einwohner. Nach dem Verkauf der Grafschaft Arnsberg
1368 an den Erzbischof von Köln verlor die Burg ihre Funktion und diente nur
noch als Stützpunkt.
Sie verfiel allmählich, und bereits im 18. Jahrhundert waren nur noch wenige
Reste vorhanden. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt zu hohen
Kontributionen gezwungen und 1636 von der durch Soldaten eingeschleppten Pest
heimgesucht.
1746 brannte die Stadt fast ganz ab. Viele Bürger siedelten sich danach nicht
mehr am Berg, sondern in der Ebene, dem so genannten Ostfeld, an. Sie wurde
erneut von den Kriegswirren des Siebenjährigen Krieges (1756-63) erfasst und
musste ihren Bürgern verschiedene Male hohe Steuern auferlegen, um die
Unterstützungsgelder an den Landesherrn zahlen zu können. Im Zuge der
Revolutionskriege erhielt Grevenstein 1797 eine französische Besatzung,
gehörte dann im Zuge der Mediatisierung ab 1802 zur Landgrafschaft Hessen und
fiel 1815 nach dem Wiener Kongress an Preußen. Grevenstein hatte damals 560
Einwohner.
1843 fiel Grevenstein zu
großen Teilen erneut einem Brand zum Opfer; der Wiederaufbau erfolgte durch
Hilfeleistungen aus Arnsberg. Ab 1845 begann ein langwieriger Wegeausbau. 1893
erhielt Grevenstein als erste Ortschaft des Kreises Arnsberg eine öffentliche
Wasserversorgung, die von einem nach Amerika ausgewanderten Grevensteiner
gespendet wurde.
Durch die
kommunale Neugliederung 1975 wurde Grevenstein ein Ortsteil der Stadt Meschede.
Der Ort ist
geprägt durch die Brauerei VELTINS, mittelständische Betriebe, gut geführte
Gasthöfe sowie der Landwirtschaft und dem Fremdenverkehr. Die Berge rund um
Grevenstein bieten von vielen ausgezeichneten Wegen, dem Wanderer den Blick auf
den idyllischen Ort.
Mit Skilift,
Freibad, Sport- und Tennisplatz bieten wir neben dem Rad-, und Mountainbike
fahren, dem sportlichen Urlauber Alternativen. Für Familien ist der Urlaub auf
dem Bauernhof besonders beliebt. Der Ausritt mit den Haflingern, das Streicheln
der Kleintiere, das Füttern und Melken der Kühe sowie die Mithilfe in der
Landwirtschaft begeistern viele Gäste und geben Anlass zum Wiederkommen.
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